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Coming-Out von Dane

von Dane, 23 Jahre

Hach Göttin, ich überlege schon wochenlang: Wie beginne ich (m)eine ComingOut-Story?

Gewusst hab ich es irgendwie schon immer, oder vielleicht war es nur der Wunsch anders zu sein. Mit 13 oder so fing ich an heimlich Bücher über das Thema Homosexualität zu lesen, Autorinnen zu verehren und mich intensiv mit (lesbischen) Musikerinnen zu beschäftigen. Oft mochte ich die Musik einfach nur, und mein erstes Outbuch informierte mich dann: ach die also auch...

Bis ich 19 war lebte ich sehr zurückgezogen und introvertiert, lebte in meiner Bücherwelt und war so nicht glücklich, musste mir aber auch nichts eingestehen. Es war der einfachste Weg. Den Punkt, dass ich in keinen Spiegel schauen konnte (Was mir heut auch noch schwer fällt), ignorierte ich. Dieser innere Kampf gipfelte in
Ess-Störungen, Magenkrämpfen, Arbeitsattacken und ständiger Unruhe.

Weihnachten 1999 fasste ich es das erste Mal in Worte. Meine Seelenverwandte hatte in stundenlangen Gesprächen die Geheimnisse meiner Gedanken frei gelegt. Dieser Prozess war sehr schmerzhaft und tränenreich. Für mich war es überraschend und befreiend. Endlich hatte ich einen Grund für meine Einsamkeit, die Unzufriedenheit mit mir selbst und den unerklärlichen Gefühlen gewissen Frauen gegenüber.

Innerhalb eines Jahres in vielen Gesprächen voller Entschuldigungen (obwohl es nichts zu entschuldigen gab!), vielen Tränen und vielen Umarmungen erzählte ich meinen Freunden, meiner Familie und meinen Arbeitskollegen von mir und meiner Homosexualität.

Oft bin ich Hilflosigkeit, viel Neugier und Verständnis begegnet.

Sicherlich gibt es auch einige schmerzhafte Erinnerungen die ich mit meinem Outing verbinde. Zum Beispiel, dass mich die Eltern meiner Ex-Freundin hinaus warfen, als sie von unserer Beziehung erfuhren. Solche Intoleranz macht mich wütend und verletzt. Um so mehr ist es für mich ein Zeichen, dass diese Menschen sehr arm sind, wenn es wichtiger ist was Nachbarn oder Bekannte sagen, anstatt zu Ihrer Tochter zu stehen.

Seit einem Jahr lebe ich offen lesbisch, was aber erst durch einen Umzug möglich war. Ich musste erst die Vergangenheit und mein damaliges Umfeld zurück lassen, um so zu leben, wie ich wirklich bin.

Jetzt geht es mir gut, meine Selbstzweifel sind dem Wunsch zu Leben gewichen und ich genieße jeden Tag aufs Neue.

PS: Wirklich ruhiger bin ich nicht geworden, was dann wohl aber doch an meinem aufgewecktem Wesen liegt. **g**





 
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