Chlamydien
Allgemeines
Eine Chlamydien-Infektion ist eine sexuell übertragbare Erkrankung, die durch Bakterien verursacht wird.
Es wird vermutet, dass sich jedes Jahr bis zu 600 000 Menschen mit Chlamydien infizieren und diese Erkrankung damit die am häufigsten vorkommende sexuell übertragbare Erkrankung in den Industrieländern ist.
Übertragungswege
Die Bakterien werden übertragen, wenn frisches infektiöses Sekret auf deine Schleimhäute gerät. Zu den Schleimhäuten gehören:
- Augenbindehaut
- Rachen
- Harnröhre
- Enddarm
An allen genannten Schleimhäuten können Krankheitsanzeichen auftreten, wenn diese mit Erregern, die über Schleimhautkontakt übertragen werden können, in Berührung gekommen sind.
Dies bedeutet, dass Chlamydien auch ohne Spermakontakt bei ungeschütztem Anal- bzw. Oralverkehr und über Schmierinfektionen übertragen werden.
Krankheitsanzeichen
Krankheitsanzeichen zeigen sich ungefähr 1-3 Wochen nach der Ansteckung an den entsprechenden Übertragungsstellen.
Bei der Ansteckung deiner Harnröhre kommt es zu Ausfluss und Brennen beim Pinkeln; bei der Ansteckung deines Enddarms zu eitrigem Ausfluss und bei einer Ansteckung deines Rachens zu Halsschmerzen. Wenn die Bakterien in deine Augen gelangen, kann es auch zu einer eitrigen Bindehautentzündung kommen.
Bei ungefähr einem Drittel der Infizierten können die Anzeichen so gering sein, dass sie kaum bemerkt werden, manchmal entwickeln sie sich auch langsam über Monate und Jahre.
| Ansteckungsort | Krankheitsanzeichen |
|---|---|
| Harnröhre | Ausfluss und Brennen beim Pinkeln |
| Enddarm | Ausfluss und evtl. Kreuzschmerzen |
| Rachen | Halsschmerzen |
| Augen | eitrige Bindehautentzündung |
Behandlung
Die Infektion kann durch einen Abstrich und/oder durch eine Urinuntersuchung beim Urologen oder Hautarzt festgestellt werden. Die Infektion wird mit Antibiotika behandelt. Seit einiger Zeit kann auch mit einer hohen, einmaligen Dosis behandelt werden. Der Behandlungserfolg muss kontrolliert werden.
Es ist sehr wichtig, dass alle bekannten Sexualpartner der letzten sechs Monate über die Erkrankung aufgeklärt werden und sich gegebenenfalls behandeln lassen.
Folgen
Wenn die Erkrankung nicht behandelt wird, können sich als Spätfolgen Nebenhodenentzündungen, Prostataentzündungen und Gelenkentzündungen entwickeln. Spätfolgen sind auch ohne vorherige Symptome möglich.
Schutz
Kondome senken das Infektionsrisiko. Aufgrund der vielfältigen Infektionswege ist dieser Schutz jedoch nicht immer ausreichend. Deshalb solltest du die Anzeichen kennen und sofort zum Arzt gehen, wenn du den Verdacht hast, dich angesteckt zu haben.
Ganz wichtig ist, dass durch die Schleimhautentzündungen ein erhöhtes Risiko für eine HIV-Infektion besteht, da die Viren in geschädigte Haut leichter eindringen können.