Der größte Umbau des anyways seit seinem Bestehen

Mehrere Jahre hat das anyway an seinem neuen Café gebaut. Mittlerweile ist es eröffnet. Das anyway hat damit seine Fläche verdoppelt und ist nun ein noch attraktiverer Raum für junge Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Queers. Thomas Haas, der das Café leitet, wirft einen Blick zurück auf die tiefgreifendste Veränderung des anyway.

Der Umbau steckte voller Herausforderungen – u.a. mehrere Wasserschäden. Bist du dabei vom Sozialpädagogen zum Bauexperten geworden?
Gefühlt kann ich das durchaus so sagen (lacht). Da ich aber in den ersten 20 Jahren des anyway sowieso immer derjenige im Haus war, der mit „Haustechnik“ zu tun hatte und räumliche Veränderungen mitgeplant hat, war diese räumliche Erweiterung des anyway etwas, was mich von Anfang an begeistert hat. Es ist einfach unglaublich toll, welche neuen Möglichkeiten diese neuen Räume für uns und die Jugendlichen bringen – ich hätte vor 5 Jahren nicht im Traum daran gedacht, dass uns das gelingen könnte. Ein Stück weit ist das ja normal, dass bei der Renovierung von 40 Jahre alten Räumen Überraschungen auf einen warten. Die Sache mit den Rohrbrüchen hat auch etwas Gutes: Alles was jetzt kaputt geht,macht uns später in den fertigen Räumen nicht mehr nass.Eine besondere Herausforderung war auch, dass so ein neues Café sehr viel Geld kostet.

Thomas Haas leitet das neue Café.

Wie hat das anyway das gestemmt?
Da hatten wir wirklich nicht nur einfach Glück, sondern einen echt starken Rückhalt durch unsere Paten*innen und einige „Super-Paten*innen“, die uns das ermöglicht haben. Ich finde, dass man die mal durchaus hier nennen kann – denn selbstverständlich ist das nicht! Deswegen einen ganz großen Dank an: Erik Tenberken (Inhaber der Birkenapotheke) an Dennis Krings-Ernst aus London,an Fabienne Stordiau (Inhaberin Allround Team GmbH), Gerben van der Linden und Heiko Mellenthin und an Thomas Brosch,der uns speziell den Kauf der tollen Küche ermöglicht hat. Insbesondere diesen extrem großzügigen Menschen ist es zu verdanken,dass wir die „dicksten“ Ausgaben wirklich stemmen konnten. Erik, Dennis, Fabienne und Thomas: durch Euch konnten wir hier etwas schaffen,was uns die kommenden 20 Jahre begleitet – das ist einfach großartig!

Umbau mit Tobi

Umbauarbeiten am neuen Café

Ein weitere, genauso wichtige Stütze, waren unsere ehrenamtlichen Helfer*innen, die uns die ganzen Monate geholfen haben! Auch da staune ich v. a. deshalb immer wieder, weil die ganze Schose viel länger dauerte als gedacht. Ich traue mich gar nicht alle Stunden, Tage und Wochenenden zusammenzurechnen,die dabei drauf gegangen sind. Meine Güte! Auch hier möchte ich stellvertretend vor allem unsere Fachleute für die Elektroinstallationen erwähnen: Dirk Siebigteroth, Kevin Wenzke, Simon Ameis und unseren Allrounder Andrè Neubert – ohne Euch wären wir ebenfalls völlig verloren gewesen. Der Einsatz dieser„Spezialeinheit“ hat alleine locker 15.000€ eingespart – Ihr seid große Klasse! Last but not least darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass das „Großprojekt“deshalb möglich wurde, weil die Jugendpolitik und Jugendverwaltung in Köln und des Landes NRW unser Projekt gut fand und die notwendigen Mittel für die höheren Betriebskosten bereit gestellt hat. In den Gesprächen haben wir gemerkt, dass das anyway sehr wertgeschätzt wird und das alle ein Verständnis davon haben, wie wichtig die Arbeit nicht nur für junge LSBT*-Menschen ist, sondern das auch eine Stadtgesellschaft als Ganzes davon profitiert. Deshalb danken wir auch den Personen in Politik und Verwaltung der Stadt Köln und des Landes NRW ganz ausdrücklich!

Der Umbau hat unglaublich viel persönliches Engagement über die normale Arbeitszeit hinaus von dir gefordert. Woher nimmst du das viele Herzblut für das neue Café?
Zum einen macht es mir sehr viel Spaß Leute zu begeistern und zuüberzeugen – gerade dann, wenn mindestens zu Anfang eher etwas Skepsis herrscht. Mich motiviert,Leute zu überzeugen, wenn ich selbst überzeugt bin. Sehr schnell entwickele ich Bilder und Ideen zu einem Projekt, wenn ich es gut finde.Und hier lagen die Vorteile auf der Hand: die Räume sind direkt an unseren Bestandsräumen; ein Umzug war also nicht nötig.Nach knapp 20 Jahren haben wir endlich eine eigene kleine Disko und ein Café, in dem man auch größere Veranstaltungen machen kann und das so einladend ist, dass es das wird, was für ein Jugendzentrum so wichtig ist: das Herzstück in dem möglichst viele und verschiedene Leute zusammensein wollen.

Du wirst das neue Café leiten und dabei viele Ehrenamtliche im Gastro team betreuen. Worauf freust du dich bei dieser Aufgabe besonders?
Besonders freue ich mich auf die ganz normalen Öffnungszeiten und die Abende, die es geben wird, wo alles stimmt. Jeder hat das schon mal erlebt: Wenn die Mischung der Leute gut ist, super Musik läuft, die Stimmung entspannt und wohlwollend, wenn alle miteinander kommunizieren und sich kennenlernen wollen- dann reicht da auch der freundliche Blick oder ein Lächeln von jemandem.Ich freue mich darauf, wenn wir uns im Gastroteam nach solchen Abenden auf die Schulter klopfen können und feststellen: „Der Abend war echt klasse – das machen wir jetzt immer so!“

Baustellenparty

Unsere erste Baustellenparty zum CSD 2016: Kaum zu glauben, wie sich der Raum bis heute verändert hat.